Die Juden, ein buntes Volk

Harry Potter, Kiss-Gründer und Wissenschaftler

Seit 70 Jahren besteht der Staat Israel wieder. Er beheimatet ein buntes jüdisches Volk sowie einen beträchtlichen arabischen Bevölkerungsteil. Viele der jüdischen Einwanderer stammen aus den unterschiedlichsten Staaten wie Äthiopien, Marokko, Jemen, Russland oder Kanada; und auch bei den Auswanderern haben die Juden vielschichtige Facetten zu bieten.

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Auch Daniel Radcliffe ist Jude.
Beginnen wir mit Chaim Witz, der kurz nach dem zweiten Weltkrieg in Haifa zur Welt kam. Seine Eltern waren ungarische Juden, die dem Holocaust entkommen waren. 1955 liessen sich die Eltern scheiden. Die Mutter wanderte nach New York aus und nahm wieder ihren Ledignamen an. Und weil Chaim im hebräischen zwar «Leben» bedeutet, aus ihrer Sicht sich aber im englischen fast wie «Schämen» («shame») anhört, wurde aus Chaim Witz der Junge Eugen Klein.

Vermutlich sagen die beiden Namen Chaim Witz oder Eugen Klein den meisten Einwohnern des deutschen Sprachraums nicht viel. Dem breiten Publikum ist der Mann, von dem hier die Rede ist, unter seinem Künstlernamen bekannt. Zusammen mit Paul Stanley, einem anderen Juden, der aus Europa einwanderte, gründete er die Band «Kiss». Eugen Klein trat fortan unter seinem Bühnennamen Gene Simmons auf…

Dylan, Knopfler und… Pink

Zahlreiche weitere prägende Musiker haben jüdische Wurzeln, so etwa Bob Dylan, Barbara Streisand, Amy Winehouse, Leonard Cohen, Billy Joel, Leonard Bernstein, Neil Diamond oder auch Mark Knopfler.

Aber hätten Sie gewusst, dass auch die Sängerin Pink jüdische Vorfahren hat? So ist es. Die Vorfahren von Pink stammen aus Irland, Deutschland und Litauen und haben jüdische Wurzeln. Das Feld prominenter jüdischer Musiker lässt sich scheinbar beliebig erweitern, so etwa um Lenny Kravitz, Lou Reed, David Lee Roth, Felix Mendelssohn, Bette Midler und auch Paula Abdul stammt aus einer Gemeinschaft syrischer Juden.

Harry Potter ist ein Jude

Auch bei den Schauspielern gehören Juden zu den prägenden Figuren. Wussten Sie zum Beispiel, dass Daniel Radcliffe – auf der Leinwand als «Harry Potter» bestens bekannt – jüdische Wurzeln hat? Seine Vorfahren waren jüdische US-Einwanderer aus Polen und Russland.

Und er ist nur einer von vielen. Beim Komödianten Sacha Baron Cohen liegt dies vom Namen her auf der Hand, bei Dustin Hofmann und Natalie Portman sowie Michael Douglas und Ben Stiller ist die jüdische Herkunft durch zahlreiche Medienberichte ebenfalls bekannt.

Aber hätten Sie es von Harrison Ford («Indiana Jones») gewusst? Dieser Hollywood-Star hat seine jüdische Abstammung der Mutter und deren Eltern zu verdanken, die auf die Namen Harry Nidelman und Anna Lifschutz hörten und aus dem heutigen Weissrussland stammten. Auch hier lässt sich die Liste beliebig verlängern, zum Beispiel um Wynona Ryder (gebürtig Winona Laura Horowitz), deren Familie aus Rumänien und Russland emigrierte oder um Jack Black, Scarlett Johansson, Jennifer Connelly und Daniel Day-Lewis.

Top-Mediziner

Neben den bemerkenswerten Erfolgen in musischen Berufen zeigt sich das jüdische Volk auch in der Wissenschaft und in anderen Sparten äusserst erfolgreich. Wussten Sie, dass es ein Jude war, der die deutsche SPD initiierte? Fredinand Lasalle, der jüdische Schriftsteller und Politiker, der jenen, welche die härtesten Jobs erledigten, mehr Gewicht verleihen wollte und dadurch den ADAV gründete, der später zur SPD wurde.

Die Relativitätstheorie stammt von Albert Einstein, die Psychoanalyse von Sigmund Freud, der vor den Nazis flüchten musste und im Exil starb.

Jüdische Erfindungen gehören bei uns zum Alltag. Von der Cherrytomate, die vor Jahren von zwei Professoren an der Hebräischen Universität in Jerusalem entwickelt worden ist über die Tröpfchenbewässerung, die heute in 120 Ländern angewendet wird oder das weltweit erste Solarfenster (von Pythagoras Solar aus dem israelischen Petach Tikva) bis zu den USB-Sticks (von Dov Moran) oder der israelischen Firma «Given Imaging», deren medizinische Kameras heute weltweit zum Standard gehören. Zu nennen wären weiter der Webseiten-Baukasten «WIX» mit Sitz in Tel Aviv oder die «Linx»-Mini-Kameras, welche in die nächsten «iPhones» eingebaut werden dürften.

Der Impact der Juden ist durch die signifikant hohe Schaffens- und Innovationskraft derart gross, dass das Volk, das 0,2 Prozent der Erdbevölkerung ausmacht, 23 Prozent der Nobelpreise holt.

Zum Thema:
In Medizin und Physik: 23 Prozent der Nobelpreisträger sind jüdisch
Äthiopische Juden: Laut Rabbinern zeigen sie, dass der Messias bald kommt
Angst vor dem Neubeginn?: Wieso Christen in Karakosch tanzen – und warum wir das auch dürfen

Datum: 16.05.2018
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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