Woche für das Leben

«Menschenwürde gilt auch für Ungeborene»

Ungeborenen Menschen steht auch Menschenwürde zu. Das sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, am Samstag zur Eröffnung der ökumenischen «Woche für das Leben». Medizinische Untersuchungen am Embryo seien dem Leben verpflichtet.

Zoom
Heinrich Bedford Strohm (links), Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland und Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
Der Mensch hat schon vor seiner Geburt eine unverfügbare Würde. Das betonte Heinrich Bedford-Strohm anlässlich der «Woche für das Leben».

«Jeder Mensch besitzt vor Gott einen eigenen Wert»

«Auch vorgeburtliches Leben ist einbezogen in den Schutzraum, der durch die Menschenwürde gegeben ist», sagte der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Samstag in Trier. Er beobachte, dass Eltern sich heute zum Teil rechtfertigen müssten, wenn sie ein behindertes Kind zur Welt bringen wollten. Sie seien zunehmend mit einer Mentalität konfrontiert, die nur gesunden Embryonen das Recht auf Leben zugestehe. Das widerspreche der biblischen Botschaft: «Jeder Mensch besitzt vor Gott einen eigenen Wert.» In Jesus Christus gründe die Gewissheit, dass die Menschenwürde unverletzlich sei.

Bedford-Strohm hob hervor, dass vorgeburtliche Untersuchungen zur Gesundheit des werdenden Kindes dem Leben verpflichtet seien. Wenn ein Embryo Anzeichen für eine Krankheit trage, könne das die Eltern in eine schwierige Situation bringen. Niemand dürfe «von einem moralischen Hochpodest» über solche Konfliktsituationen hinweggehen, sagte Bedford-Strohm.

Weiter machte der Bischof deutlich: «Unsere Gesellschaft ist geprägt von vielfältigen Optionen, unter denen wir diejenige auszusuchen gewohnt sind, die uns am ehesten entspricht. Es muss klar sein, dass beim Umgang mit menschlichem Leben etwas anderes gilt.» Die Achtung vor der unverfügbaren Würde menschlichen Lebens müsse «die Grundlage und Grenze» für Entscheidungen in diesen Fragen sein.

Gefahr, Kinder mit Behinderung abzulehnen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland eröffnete am Samstag gemeinsam mit Kardinal Reinhard Marx, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, in einem Gottesdienst die bundesweite ökumenische «Woche für das Leben» in Deutschland. Bis zum 21. April geht es in diesem Jahr um pränatale Diagnostik, ihre Aufgaben, Folgen und wie sie ethisch, medizinisch und sozial einzuordnen sind.

Vor allem die Frage nach dem Wert des Lebens mit Behinderung steht in dieser Woche im Fokus. Zwar seien die medizinischen Fortschritte hilfreich für die Gesundheit von Mutter und Kind. Aber Evangelische und Katholische Kirche sehen darin auch eine Gefahr, Kinder mit Behinderung abzulehnen und nach einem vermeintlich perfekten Menschen zu streben, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Marx: «Ganze Gesellschaft ist beim Ja zum Leben gefragt»

Kardinal Marx sagte in seiner Predigt, eine Grundhaltung von Zuversicht, Hoffnung und Liebe sei in jeder Schwangerschaft nötig. «Als Christen können wir darauf hoffen und vertrauen, dass Gott das Leben schützt und liebt. Denn Gott sagt bedingungslos Ja zum Menschen.» Bei Gott seien alle Menschen gleichermassen wertvoll.

 

Zum Originalartikel auf PRO

Zum Thema:
Heinrich Bedford-Strohm: «Wir brauchen eine neue Evangelisierung»
UN-Versammlung: Ungeborene sind kein Thema bei Kinderrechten
Medizinethikerin: Gegen Lobbyismus für Leihmutterschaft

Datum: 16.04.2018
Autor: Jonathan Steinert
Quelle: Christliches Medienmagazin pro | www.pro-medienmagazin.de

Publireportage

Täglich inspirierend
Auf Livenet.ch können der Mann und die Frau von nebenan ebenso in einer News-Meldung vorkommen wie der Hollywoodstar. Dieser einzigartige Livenet-Mix ist es, der die Macher wie auch die Leser begeistert.

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Bilanz übertrifft Boko Haram
Am Dienstag wurden bei einem Feuerüberfall während eines Gottesdienstes in Nigeria 18 Menschen erschossen, darunter zwei Priester. Nach Angaben der...
Aktion in Berlin
Rund 2'500 Menschen haben in Berlin ein Solidaritätszeichen gesetzt. Unter dem Motto «Berlin trägt Kippa» reihten sich auch Politiker in die...
Sweet Home Oklahoma
Oklahomas Gouverneurin Mary Fallin hat es gesetzlich verankern lassen: Das Lied «I can only imagine» ist nun «offizieller inspirierender Staats-Song...
17 Jahre nach Entführung
Über ein Jahr verbrachte die Missionarin Gracia Burnham mit ihrem Mann auf den Philippinen in Gefangenschaft. Am Ende wurde ihr Mann sogar von den...

AKTUELLE NEWS

Aktion in Berlin
Rund 2'500 Menschen haben in Berlin ein Solidaritätszeichen gesetzt. Unter dem Motto «Berlin trägt Kippa» reihten sich auch Politiker in die Menge ein. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin hatte nach einem erneuten Angriff auf Juden dazu aufgerufen.
Sweet Home Oklahoma
Oklahomas Gouverneurin Mary Fallin hat es gesetzlich verankern lassen: Das Lied «I can only imagine» ist nun «offizieller inspirierender Staats-Song». Der Worship-Song der Band «MercyMe» schlägt damit weiter hohe Wellen.
Philipp Melanchthon
Vor 500 Jahren diskutierten Akademiker erstmals über die Thesen von Martin Luther. Stark davon beeindruckt war Philipp Melanchthon, später ein Freund und Mitarbeiter Luthers. Wie kaum ein anderer steht er für die Bedeutung von Bildung und Lehre.
Sound&Sandwich in Bern
Wo sich Studenten tummeln und unterhalten, Mittag essen oder einem Konzert lauschen, kann Sound&Sandwich nicht weit weg sein. Jeden Dienstag gibt es bei günstigem Mittagsmenü noch ein hübsches Konzert als Beilage.
Basketball mit Gebetserhörung
Mindestens einmal jährlich bietet «Athleten in Aktion» in Berlin ein Basketballcamp an. Für ein paar Tage erhalten Teens und Jugendliche ein Training durch christliche Profispieler aus den USA. Aber was geschieht, wenn kein Raum zur Verfügung steht?
17 Jahre nach Entführung
Über ein Jahr verbrachte die Missionarin Gracia Burnham mit ihrem Mann auf den Philippinen in Gefangenschaft. Am Ende wurde ihr Mann sogar von den Terroristen getötet. Heute sagt sie, dass die Entführung und auch sein Tod von Gott geplant waren...
«Ein Paradigmenwechsel»
Die Missionsgesellschaften sind gefordert. Frühere Methoden und Rezepte funktionieren nicht mehr. Hintergründe dazu kennt der deutsche AEM-Vorsitzende Dieter Trefz. Er spricht von einem «Paradigmenwechsel».

Anzeige

Kommentar

Festival Spring: Johannes Hartl: «Für Evangelisation braucht es Einheit»
Die Einheit der Christen ist eine Voraussetzung für gelingende Evangelisation. Darüber diskutierte...

Anzeige

Ratgeber

Psychisch kranke Kinder Kay Warrens Rat für Eltern
Wie geht man mit einem Kind um, das psychisch krank ist, vielleicht an Abhängigkeiten leidet und...