Überraschende Studie

Protestanten und Katholiken sind sich immer ähnlicher

Die theologischen Unterschiede, die das westliche Christentum im 16. Jahrhundert gespalten haben, sind laut einer Studie des Pew Research Centers sowohl in Westeuropa als auch in den Vereinigten Staaten immer weniger sichtbar.

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Reformierte und katholische Kirchen in Zürich
Während Protestanten in diesem Jahr 500 Jahre Reformation feiern, herrscht sowohl in Europa als auch den USA die Ansicht vor, dass sich Protestanten und Katholiken in Religionsfragen heutzutage mehr ähneln als unterscheiden. Das geht aus einer vom Pew Center veröffentlichten Studie hervor.

Laut der Studie ist heute für neun von zehn europäischen Protestanten und Katholiken die gegenseitige Akzeptanz kein Problem mehr. Auch Glaubensunterschiede bestünden oft nicht mehr.

Glaube und gute Taten

Besonders deutlich wird die Nivellierung der theologischen Unterschiede anhand des Erlösungsgedankens: Martin Luther und andere protestantische Reformatoren erklärten, dass die Erlösung allein durch den Glauben erreicht werden könne (lat. sola fide). In fast allen europäischen Ländern hält heute aber die Mehrheit beider Konfessionen an der traditionell katholischen Auffassung fest, dass sowohl der Glaube als auch gute Taten notwendig sind, um Erlösung zu erlangen. In allen Ländern, mit Ausnahme von Norwegen, befindet sich damit der Glaube an sola fide auch bei Protestanten in der Minderheit.

In Westeuropa führte das Center von April bis August 2017 telefonische Umfragen unter 24'599 Personen in 15 Ländern durch. In den USA wurde die Umfrage von Mai bis August 2017 unter 2'599 Teilnehmern online erstellt. Die Ergebnisse wurden aufgrund der unterschiedlichen Erhebungsarten und teilweise abweichenden Fragen separat veröffentlicht.

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Datum: 13.09.2017
Autor: Fritz Imhof / Willy Gautschi
Quelle: Livenet

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