Explo-Referenten im Porträt

«Wir Menschen wurden erschaffen, um in Gottes Gegenwart zu leben»

Es dauert keine 25 Tage mehr bis zur Eröffnung der Explo 2017 in der Messe Luzern zum Thema «Neuland». Livenet stellt in einer Interview-Serie die Hauptreferenten der Konferenz vor. Heute: Pete Greig, Leiter und Gründer von 24-7 Prayer.

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Pete Greig ist der Gründer und Leiter von 24-7 Prayer und ist Referent an der Explo 2017.
Dass Pete Greig seinen ersten Gebetsraum schon in den Teenager-Jahren gestartet hat, wurde ihm erst im Nachhinein bewusst. Seit den wilden Gebetstreffen in der Scheune seiner Mutter sind viele Jahre vergangen und Pete wurde – unter anderem – Gründer einer weltweiten Gebets-Bewegung, dem 24-7 Gebet. Seine Bücher und Predigten erzählen von der Leidenschaft, dem einen, heiligen Gott zu begegnen. Heute leitet Pete zusammen mit seiner Frau Sammy eine lokale Gemeinde in der Nähe von London und ist ein internationaler Referent zu den Kernthemen von der 24-7 Gebetsbewegung: Gebet, Mission und Gerechtigkeit.

Interview

«Neuland» lautet das Thema der Explo 17 in Luzern. Wann haben Sie zuletzt Neuland betreten?
Kürzlich war ich in Kambodscha und habe aus erster Hand miterlebt, was Menschenhandel bedeutet. Das hat mir mein Herz gebrochen und mich dazu bewegt, dass ich im Gebet alles dafür tun werde, um gegen diese grässliche Ungerechtigkeit einzustehen.

Wie treffen Sie wegweisende Entscheidungen in Ihrem Leben?
Als erstes versuche ich, über meine Entscheide zu beten, und danach frage ich Freunde um ihren Rat. Besonders meine Frau! Als die 24-7 Gebetsbewegung in ihren Anfängen war, wurde meine Frau sehr krank. Da habe ich realisiert, dass ich nicht mein ganzes Leben im Flugzeug und an Konferenzen verbringen möchte, auch wenn diese Dinge sehr verlockend klingen. Für mich ist es das Wichtigste, ein guter Ehemann, Vater und Freund zu sein. Fest verwurzelt in einer lokalen Gemeinschaft. Es ist entscheidend, den Unterschied zwischen «Guten Dingen» und «Gottes Dingen» zu lernen. Da tatsächlich die Gefahr besteht, dass wir ausbrennen und das Beste von Gott für unser Leben verpassen, weil wir ständig vielerlei gute Dinge tun, jedoch nicht das, was Gott sich als das Beste für uns ausgedacht hat. Deswegen benötigen wir ein gutes Urteilsvermögen.

Gibt es Werte, welche Ihnen als Ehepaar oder Ihnen als Mensch besonders wichtig sind?
Leiden ist unausweichlich und vorprogrammiert. Freude hingegen ist nicht einfach gegeben. Deshalb jagen wir ihr so gut es nur geht hinterher. Ferien, Freundschaften und Abenteuer haben somit eine hohe Priorität. In unserem Leben läuft immer so viel gleichzeitig; deshalb achten wir darauf, regelmässig inne zu halten und einfach Spass haben! Zeiten des Rückzugs und Gebets sind uns wichtig. Wie auch Zeit zu zweit, in der wir unsere Ehebeziehung vertiefen können.

Wie leben Sie Ihren Glauben im Alltag?
Ich habe einfache tägliche Routinen, die mir helfen, mit Gott zu laufen und zu kommunizieren. Zum Beispiel lese ich jeden Morgen in der Bibel, bete am Morgen und am Abend und halte im Verlauf des Tages immer wieder mal inne, um das Vater Unser zu beten. Wir sind davon überzeugt, dass der beste Gebetsraum unser eigener Körper ist! Wir sind dazu berufen, wandelnde und sprechende Tempel Gottes zu sein. Gefüllt vom Heiligen Geist und in dem steten Bewusstsein, dass Jesus in den einfachsten Dingen gegenwärtig ist.

In erster Linie sollen die 24-7 Gebetsräume nicht unbedingt der Fürbitte dienen, sondern Begegnungen mit Gott, dem Vater ermöglichen. Ist das richtig so?
Ja, die 24-7 Gebetsräume sind genau dazu da, um Gott zu begegnen. Wir Menschen wurden erschaffen, um in Gottes Gegenwart zu leben. Es ist eigenartig, wenn Menschen seine Gegenwart nicht erleben oder sogar nicht einmal an seine Existenz glauben. Eigentlich ist es die natürlichste Sache der Welt, in seiner Gegenwart zu entspannen und sich bewusst zu werden, dass Gott tatsächlich uns allezeit umgibt. Die Gebetsräume sollen uns dabei helfen. Es macht wirklich einen Unterschied, denn wenn wir Zeit mit Gott verbringen, beginnen wir zu verstehen, was er auf dem Herzen hat. Es bricht Gottes Herz, wenn er Ungerechtigkeit begegnet und an die Verlorenen denkt. Im Gebet spricht Gott zu uns und kann uns Anliegen auf unsere Herzen legen. Jedes Mal, wenn wir den Gebetsraum verlassen, sind wir ermutigt und neu ausgerüstet, die gute Nachricht von Jesus zu verbreiten und uns gegen Ungerechtigkeit einzusetzen. Gottes Gegenwart ist ansteckend!

Als Ihre Frau erkrankte und man bei ihr einen Tumor festgestellt hat, waren Sie vielerlei Ängsten und Unsicherheiten ausgesetzt. Was hat Ihnen die Stärke gegeben, an Jesus und seinen Verheissungen festzuhalten?
In den schwierigsten Zeiten und den grössten Herausforderungen habe ich Gottes Liebe vor allem durch meine christlichen Freunde erfahren. Niemand von uns schafft das Leben im Sololauf. Wir brauchen Leute um uns herum, die uns ermutigen, uns helfen und uns auch im Gebet unterstützen, wenn wir es selber nicht mehr schaffen.

Wenn Sie auf Europa schauen, wo sehen Sie Hoffnung in den christlichen Gemeinschaften? Warum glauben Sie, dass Gott dort Dinge in Bewegung setzt?
Gott ist in Europa am Werk. Es ist aufregend mitanzusehen, wie sich in Europa Gebetsbewegungen breit machen und neue Kirchen entstehen. Ich glaube, dass Europa zurzeit der grösste Schauplatz für geistliche Kämpfe ist und uns Gott aus gutem Grund hierher gebracht hat. Neben all den sozialen, kulturellen und politischen Debatten, die wir in den Medien mitverfolgen können, tobt da ein geistlicher Kampf, in dessen Fokus vorwiegend die heranwachsende Generation ist.

An der Explo sind wir eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Menschen aus allen Denominationen und christlichen Traditionen. Wofür möchten Sie Ende Jahr in Luzern motivieren?
Das allerwichtigste ist Hoffnung! Nicht Angst – davon ist schon genug in dieser Welt. Nicht Zweifel – die Vergangenheit liegt hinter uns. Auch nicht Apathie – es liegen zu viele Herausforderungen vor uns, sondern Hoffnung! Gott schenkt uns ein neues Jahr. Er hat uns gute Aufgaben bereitgelegt. Es wird ein Abenteuer, wenn wir Tag für Tag mit ihm leben. Wir werden erstaunt sein, wie er unsere Leben dazu benutzen kann, um andere Leben zu verändern. Das ist das Allergrösste!

Zur Anmeldung:
Explo 2017

Vom 29. Dezember 2017 bis am 1. Januar 2018 findet in der Messe Luzern die bereits achte Explo statt. Dem Einzelnen haben die früheren Konferenzen einmalige Begegnungen, neue Visionen, sowie neues Feuer im Glauben gebracht; entstanden sind daraus auch zahlreiche Initiativen und Projekte. Für dieses Jahr wurden wiederum gewinnende Referenten und Referentinnen aufgeboten.

Zum Thema:
Dossier: Explo 17
Explo-Referenten im Porträt: «Versöhnung bedeutet, Feinden zu ermöglichen, Freunde zu werden»
Explo-Referenten im Porträt: «Hoffnung heisst, da ist jemand, der kann alles immer ändern!»
Über das Reden mit Gott: «Gebet kommt auf fast jeder Seite der Bibel vor»

Datum: 06.12.2017
Autor: Rachel Stoessel
Quelle: Campus für Christus Schweiz

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