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Papstbesuch im Zeichen der Gemeinsamkeiten unter den Kirchen

Die Gemeinsamkeiten unter den christlichen Kirchen suchen, so lautete der Tenor an der Medienkonferenz des Weltkirchenrats zum Papstbesuch vom 21. Juni in Genf. Das Detailprogramm des Papstbesuches wurde vorgestellt, zudem gaben Vertreter der Genfer Kantonspolizei Hinweise zur Anreise für Besucher der Messe.

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Bischof Charles Morerod, Olav Fykse Tveit und Andrzej Choromanski an der Medienkonferenz zum Papstbesuch
Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), bezeichnete den Papstbesuch als einen der Höhepunkte im 70-Jahr-Jubiläum des ÖRK. Der Papstbesuch sei eine «einzigartige Gelegenheit, die Gemeinschaft zu vertiefen». «Was wir gemeinsam tun können, das sollten wir auch tun», so Tveit, ohne die Differenzen auf theologischer Ebene zwischen den einzelnen christlichen Kirchen zu leugnen.

Gerade in einer Zeit, in der Konflikte entstünden, weil Menschen auf ihre religiöse Identität setzen, sei es wichtig, «sich für eine Zukunft in Frieden und Respekt» einzusetzen. Schwierigkeiten auf lokaler Ebene sollten kein Hindernis sein, auf weltweiter Ebene Schritte vorwärts zu machen.

Sich nicht vor Mitchristen verschliessen

Charles Morerod, der Ortsbischof von Lausanne, Genf und Freiburg (LGF), erinnerte daran, dass auch Papst Franziskus die Gläubigen immer wieder dazu aufrufe, sich nicht vor Mitmenschen und Mitchristen zu verschliessen. In Genf seien die Konfessionslosen die grösste Gruppe. «Es ist darum wichtig, gemeinsam zu verkündigen, was uns eint: Christus», so Morerod.

Er wies im Anschluss an die Referate darauf hin, dass zur Messe mehr als 40'000 Personen erwartet würden. Die Messe werde vom Schweizer Fernsehen SRF und von Eurovision übertragen.

Zusammenarbeit zwischen dem ÖRK und der katholischen Kirche

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Olav Fykse Tveit und Andrzej Choromanski stellten den Slogan der Papstreise vor.
Andrzej Choromanski, Mitglied des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit unter den Christen, war an Stelle von Kardinal Kurt Koch angereist (dieser musste aus gesundheitlichen Gründen auf die Teilnahme an der Medienkonferenz verzichten). Auch Choromanski unterstrich den ökumenischen Charakter des Papstbesuchs. Mit seinem Besuch wolle der Papst seine Dankbarkeit ausdrücken für die über 50-jährige Zusammenarbeit zwischen dem ÖRK und der römisch-katholischen Kirche.

Dem Papst sei die Einheit der Christen ein grosses Anliegen, so Choromanski. «Wenn wir gemeinsam gehen, so müssen wir auch gemeinsam beten, miteinander und füreinander», zitierte Choromanski den Papst.

Präsentiert wurde auch das Logo des Papstbesuchs, der als «Ökumenischer Pilgerweg» unter dem Motto «Gemeinsam unterwegs sein, beten und arbeiten» steht. Die Wellen unter dem ÖRK-Logo verdeutlichten das gemeinsame  Vorwärtsgehen.

Detailprogramm ist online

Bekannt gegeben wurden auch Details zum Programm des Papstbesuchs. Dieser wird am 21. Juni 2018 um 10 Uhr am Flughafen in Genf erwartet, um 10.30 Uhr wird er von Bundespräsident Alain Berset, Bundesrat Cassis und Nationalratspräsident Dominique de Buman begrüsst, wie einer Mitteilung des Bundes vom Dienstag zu entnehmen ist. Der Papst werde begleitet von Kardinal Kurt Koch, heisst es dort weiter.

Um 11.15 Uhr findet in der Kapelle des Ökumenischen Zentrums des ÖRK ein ökumenisches Gebet mit einer kurzen Predigt des Papstes statt. Nach einem Mittagessen im Château de Bossey findet um 15.45 Uhr wiederum im Ökumenischen Zentrum des ÖRK eine Tagung statt, an der Papst Franziskus eine Rede halten wird.

Um 17.30 Uhr schliesslich die Messe in der Palexpo-Halle. Dies ist der einzige öffentliche Teil der Papstreise. Anmeldungen für die kostenlose Teilnahme an der Messe nehmen die einzelnen Pfarreien entgegen. Koordiniert werden die Anmeldungen durch die Kommunikationsstelle des Bistums LGF.

Nach der Verabschiedung durch die Bischöfe, Bundespräsident Alain Berset und Bundesrätin Doris Leuthard fliegt der Papst dann um 20 Uhr zurück nach Rom.

Frühzeitig und mit ÖV anreisen

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Vertreter der Kantonspolizei Genf an der Medienkonferenz zum Papstbesuch
Zwei Vertreter der Kantonspolizei Genf gaben schliesslich Auskunft darüber, vor welche logistischen Probleme sie der Papstbesuch stellt. Es gelte zu bedenken, dass nebst den Menschenmassen, die an die Messe gehen möchten – die Polizei rechnet mit bis zu 50'000 Personen – auch der reguläre Pendlerverkehr und die Reisenden vom und zum Flughafen zu berücksichtigen seien.

Sicherheit und Mobilität seien daher die beiden wichtigsten Kriterien. Die Polizei empfiehlt allen Messebesuchern, nach Möglichkeit die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen.

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Datum: 17.05.2018
Autor: Sylvia Stam
Quelle: kath.ch

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