Freikirchen fordern

Kein Lichterlöschen an Weihnachten

Der Dachverband Freikirchen.ch fordert, dass religiöse Veranstaltungen von Kontingentierung oder Stromabschaltungen ausgenommen werden. Gleichzeitig veröffentlichen sie 33 Tipps zum Energiesparen, die von einem Experten zusammengestellt wurden.
Frau zieht den Stecker aus

Sobald die Tage nebliger und kürzer werden, gewinnt das Licht an Bedeutung. Die Menschen sehnen sich nach dem, was ihnen fehlt. Das Licht hat auch bei den christlichen Kirchen eine grosse Bedeutung, sagt Peter Schneeberger, Präsident des Dachverbands Freikirchen.ch: «Als Christen verbreiten wir die Botschaft des Lichts. Jesus selbst sagte, dass er das Licht der Welt ist. Deshalb ist Weihnachten ohne Licht unvorstellbar.» Für das Wohlbefinden der Menschen braucht es das Sichtbare, und es reicht nicht, dass sie nur davon hören.

Kein Wunder, dass sich der Dachverband Freikirchen.ch in der Antwort auf die Vernehmlassung «Bewirtschaftungsmassnahmen Strom» des Bundesrates für den Schutz von religiösen Veranstaltungen einsetzt. Peter Schneeberger: «Wir fordern, dass religiöse Veranstaltungen aufgrund ihrer besonderen Bedeutung für das seelische und geistliche Wohl der Bevölkerung von allfälligen Einschränkungen ausgenommen werden.» Gleichzeitig publiziert der Dachverband Freikirchen.ch 33 Spartipps und appelliert an die Eigenverantwortung der Kirchgemeinden. Peter Schneeberger: «Wir fordern nicht nur, sondern wollen uns auch ökologisch nachhaltig verhalten und übernehmen Verantwortung für einen sparsamen Stromverbrauch.»

33 Tipps für nachhaltiges und ressourcenschonendes Leben in Freikirchen

Angesichts des Klimawandels und der gegenwärtigen Energiekrise rückt der schonende Umgang mit Energieressourcen immer mehr in den Fokus. Gewohnheitsänderungen sind aber oft schwierig. Hier braucht es Ideen und gegenseitige Unterstützung. Deshalb hat der Dachverband von Andreas Wyss Fragen, Anregungen und Empfehlungen zum Energiesparen zusammenstellen lassen, damit wir gemeinsam unsere Ressourcen schonen und die Schöpfung erhalten können.

Andreas Wyss ist ausgebildeter Agronom FH und NPO-Manager. Er war langjähriger Geschäftsführer des Berner Bauernverbandes, ist heute Gemeinderatspräsident von Kirchberg, selbstständiger Berater und in dieser Funktion Vizepräsident von foodwaste.ch und Verwaltungsrat von Enercom Kirchberg, welche Energie- und Kommunikationsdienstleistungen erbringt.

Tipps für die Küche

  • Erhöhen Sie die Temperatur im Kühlschrank – 7°C sind ausreichend

  • Legen Sie ungenutzte Kühl- und Gefriergeräte still

  • Nutzen Sie beim Backen möglichst den ganzen Ofenraum und bereiten Sie mehrere Gerichte gleichzeitig zu. Gerüche werden im Ofen nicht übertragen

  • Verzichten Sie darauf, den Ofen vorzuheizen und schalten Sie den Ofen fünf Minuten vor Backende aus

  • Kein überflüssiges Wasser heiss machen. Insbesondere bei der Nutzung des Wasserkochers die Wassermenge genau bemessen

  • Nutzen Sie kaltes statt warmes Wasser, wenn Sie nur kurz Wasser benötigen

  • Ersetzten Sie alte Leuchtkörper durch LED-Leuchtmittel

Tipps gegen Foodwaste

Werden Lebensmittel entsorgt, ist die gesamte Energie der Herstellung verloren. So können Sie Foodwaste reduzieren:

  • Nur einkaufen, was wirklich benötigt wird. Es ist in Ordnung, wenn auf einem Buffet gewisse Produkte ausgehen

  • Kaufen Sie saisonal und regional, so hat die Ware einen möglichst kurzen Transportweg und bleibt länger frisch

  • Produkte lassen sich oft auch weit über den angegebenen Zeitraum hinaus problemlos konsumieren. Vertrauen Sie Ihren Sinnen

  • Portionieren Sie bereits vor dem Kochen, um zu vermeiden, dass am Ende viel übrigbleibt

  • Stellen Sie bei gemeinsamen Essen Transportgefässe bereit, um Resten gut an die Anwesenden verteilen zu können

  • Organisieren Sie nach dem Gottesdienst eine Tauschbörse für Lebensmittel, die Sie selbst nicht mehr konsumieren können oder wollen

Tipps für die Raumnutzung

  • Senken Sie die Raumtemperatur leicht. 1°C weniger Raumtemperatur spart sechs Prozent Heizenergie

  • Informieren Sie die Gäste vorab, damit sich diese auf kältere Temperaturen einstellen können

  • Kürzen Sie gegebenenfalls die Veranstaltungsdauer

  • Achten Sie darauf, dass die Heizungen trotzdem nicht einfrieren

  • Beheizen Sie Verkehrsflächen wie Flure, Treppenhäuser und Teeküchen nicht mehr

  • Entlüften Sie die Heizkörper

  • Lüften Sie durch Stoßlüften, anstatt die Fenster zu kippen

  • Halten Sie Türen nicht dauerhaft offen und vermeiden Sie Zugluft

  • Verzichten Sie auf die Nutzung von Räumen mit hohen Decken und schlechter Isolierung

  • Reduzieren Sie die Beleuchtung und bauen Sie gegebenenfalls Schaltuhren ein

  • Nutzen Sie Rollläden vor den Fenstern

  • Schalten Sie Geräte ganz aus, die lange im Stand-by-Modus sind

  • Prüfen Sie: Welche Veranstaltungen finden in welchen Räumen statt und ist eine Verlegung möglich, um weniger Räume beheizen zu müssen?

  • Prüfen Sie: Welche Veranstaltungen können digital stattfinden? Können Hauptamtliche (zeitweise) im Homeoffice arbeiten statt im Büro?

  • Prüfen Sie: Können Kleingruppentreffen, die normalerweise in der Kirchgemeinde stattfinden, in Privaträumen abgehalten werden?

Tipps für das Bauen

  • Kirchgemeindehäuser sollten gut gedämmt sein und möglichst mit Niedertemperaturheizsystemen geheizt werden. Bei alten und schlecht isolierten Gebäuden könnten eine Renovierung oder ein Neubau ins Auge gefasst werden. Viele Freikirchenverbände haben eigene Bauhilfsgenossenschaften zur Finanzierung solcher Sanierungen

  • Ersatz von direkten Elektroheizungen

  • Einbau von Solarthermie oder Solarstrommodulen auf dem Dach der Kirche 

Datum: 13.12.2022
Autor: Peter Schneeberger
Quelle: Freikirchen.ch

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