Aramäisch

Syrien geht gegen die Sprache Jesu vor

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Im syrischen Maalula wird aramäische Literatur beschlagnahmt (Foto: Gérard Grandjean).

Syrien entledigt sich im Westen der aramäischen Sprache, berichtet die FAZ. Die Sprache Jesu scheint nicht mehr willkommen, Literatur und Postkarten wurden in Klöstern und Kiosken eingezogen.

Auch wenn das Neue Testament in griechischer Sprache verfasst wurde, sprach Jesus aramäisch. Darum, so «PI-News», nennt Jesus den kleinsten Buchstaben «Jota», seinen Vater «Abba» und schrie am Kreuz «Eloi, Eloi, lema sebachtani - Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!» Damals seien im Aramäischen die gleichen Schriftzeichen verwendet worden wie im Hebräischen. Heute scheint dies in Syrien nicht mehr erwünscht.

Einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zufolge wird aramäische Literatur in Syrien eingezogen. Lange habe Syrien als tolerant gegenüber der christlichen Minderheit gegolten. Aramäer würden nun aber Gegenteiliges berichten: In den beiden Bergdörfern Maalula und Dschubbadin nordwestlich von Damaskus wird von der christlichen Bevölkerung bis heute Neuwestaramäisch gesprochen und geschrieben, eine Spätform des Aramäischen, das vor 2000 Jahren Jesu Muttersprache war.

Offiziell im Krieg

Touristen und Forscher besuchen diese Dörfer nicht zuletzt deshalb und auch wegen den beiden Klöstern in Maalula. Laut «FAZ» mussten nun aber die Mitarbeiter dieser beiden Abteien Mar Thekla und Mar Sarkis aber auch Kioskbesitzer sämtliche Bücher, Postkarten und Anderes entfernen, das in aramäischer Schrift verfasst war, selbst wenn einzig die Aufschrift in Aramäisch abgefasst war, reichte dies zum Bann. Begründet worden sei dies, weil die die Schrift dem Hebräischen ähnlich ist, welches in Israel verwendet wird.

Offiziell befindet sich Syrien immer noch im Krieg mit Israel. So schrieb etwa Abd Al-Bari Atwan, Redaktor der in London erscheinenden «Al-Quds Al-Arabi», sollte Israel einen Waffengang gegen den Iran wegen dessen Nuklarprogramm begehen, würde sich Syrien an Irans Seite scheren und zehntausende Raketen gegen den Judenstaat abfeuern, «manche mit chemischen und biologischen Sprengköpfen».

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Das St.-Sergios-Kloster in Maalula (Foto: Effi Schweizer).

Weitere Geschichtsrevisionen

Geschichtsrevision wird auch rund um Syrien betrieben: Irakische Muslime wollen die Spuren Hesekiels auslöschen, während Palästinenser die biblischen Qumran-Rollen plötzlich beanspruchen: Hesekiel lebte und wirkte im Irak, zur Zeit des babylonischen Exils (6. Jahrhundert vor Christus). Die Juden waren damals aus ihrer Heimat verschleppt worden und lebten in Babylon, einem Teil des heutigen Iraks. Er wirkte als israelitischer Priester und verfasste prophetische Schriften. Er verstarb noch bevor das Volk befreit wurde, sein Grab liegt in der Nähe von Bagdad. Für Juden und Christen ist er ein wichtiger Prophet, auch 2500 Jahre nach seinem Tod pilgern viele zu seinem Grab.

Nun wurde die irakische Altertumsbehörde von islamischen Führern unter Druck gesetzt, sämtliche Beweise zu vernichten, dass Juden im Irak lebten, Jahrhunderte bevor der Islam entstand. An der Stelle des Hesekiel-Grabes soll nun eine Moschee errichtet werden, berichtet «Politically Incorrect».

Palästinenser fordern Qumran-Rollen

1947 wurden am Toten Meer in Israel in den Höhlen von Qumran Schriftrollen gefunden, die älter als 2000 Jahre sind. Sie enthalten einige der ältesten Handschriften des Alten Testaments der Bibel. Für Israel wie für die Bibelwissenschaft, für Christen und Juden sind diese Schriftrollen ein unbezahlbarer Schatz. Laut der «Jerusalem Post» fordern nun die Palästinenser diese Schriften für sich. Hamdan Taha, Direktor des palästinensischen Behörde für Antiquitäten und Kunstschätze nannte die biblischen Schriften einen «integralen Teil des palästinensischen Erbes». Eine Forderung, fernab jeglichen historischen Bezugs.
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In dieser Ortschaft steht auch das St.-Thecla-Kloster (Foto: Heretiq).

Geschichtsrevision auch in der Türkei

In der Türkei versuchen die Behörden der christlichen Gemeinschaft mit fadenscheinigen Argumenten das Kloster Mor Gabriel zu enteignen. Auch hier zeigt sich eine dreiste Umschreibung der Geschichte: Das Kloster wurde im Jahr 397 erbaut, vor mehr als 1600 Jahren. Im Rechtsstreit nun heisst es, dass auf diesem Gebiet vorher eine Moschee gestanden habe. Gunnar Wiebalck, Mitarbeiter von «Christian Solidarity International» (CSI): «Das ist eine absurde Lüge, Mohammed war erst um das Jahr 600 da und vorher gab es den Islam nicht. Daneben heisst es auch, das Land gehöre der politischen Gemeinde und nicht dem Kloster, dabei steht dieses fast seit biblischer Zeit dort.»

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Hesekiel soll aus der Geschichte geworfen werden

Webseiten:
Hesekiel-Ausradierung im Irak
Qumran-Rollen-Forderung durch Palästinenser

Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet/FAZ/Politically Incorrect/Memri

Datum: 25.02.2010

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