Kann man Gott kennen?

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Wir sollten unsere Energie nicht darin stecken, uns von anderen abzugrenzen, es besser zu wissen, sondern unterwegs zu sein und zu lernen.
Kinder fragen ganz direkt: Wie sieht Gott aus? Ist er wirklich so stark? Wir Erwachsene sind da überlegter und zurückhaltender. Trotzdem haben oder machen sich viele Menschen ein Bild von Gott.

Erste „Beschreibungen" von Gott bekamen wir vielleicht durch die eigenen Eltern, den Pfarrer oder die Religionslehrerin oder wir kennen Aussagen aus der Bibel über Gott. Selbst die, die ihre Probleme mit Gott haben, weil sie für das Leid in der Welt Gott verantwortlich machen, haben ein Bild von Gott: Sie stellen sich - nicht zu Unrecht - einen Gott der absoluten Liebe vor.

Gott macht sich bekannt

Gott selbst ist einen anderen Weg gegangen, um sich den Menschen bekannt zu machen: Er hat seinen Sohn Mensch werden lassen. Wohl nicht, weil er genau so aussieht wie sein himmlischer Vater, sondern weil er das gleiche Wesen hat. Jesus konnte daher von sich sagen: „Wer mich sieht, sieht den Vater."

Kein Bild machen

In der Bibel gibt es eine ernstzunehmende Aufforderung: „Du sollst Dir kein Bild von Gott machen." Das galt zunächst einmal für die Juden. Sie sollten sich damit von den Völkern herum unterscheiden, die Gegenstände aus Stein und Metall oder Objekte der Natur anbeteten.

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Gott hat seinen Sohn Mensch werden lassen.
Kann man dann überhaupt noch von Gott sprechen? Ja, aber eben nur bedingt oder besser gesagt, so, als kenne man nur einen Teil des ganzen Bildes. Nicht wenige Christen sagen mit dem Brustton der Überzeugung, sie kennen Gott. Das hat auch eine gewisse Berechtigung. Sie haben in ihrem Leben sein Wirken und seine Führung erlebt, Zusagen aus der Bibel wurden ihnen lebendig und wichtig. Doch es wäre naiv zu glauben, dass wir Gott, den Vater von Jesus Christus, wirklich kennen - dafür ist er zu gross. Wer Gott kennt und nicht merkt, dass er viel grösser und manchmal auch fremd ist, der kennt ihn nicht wirklich.

Neue Erfahrungen

Weil Menschen Gott verschieden erleben, haben wir heute eine kaum überschaubare Zahl von Kirchen und Gruppierungen. Manche Gründerinnen und Gründer von Kirchen haben eine neue oder eine eigentliche alte aber vergessene Erfahrung mit Gott gemacht und fanden diese so wichtig, dass sie sie zu einem Kernelement ihrer Frömmigkeit wurde. Das kann so weit gehen, dass ein solcher Glaube mehr mit einer Sekte als mit einer christlichen Kirche gemein hat.

So gesehen sollten wir unsere Energie nicht darin stecken, uns von anderen abzugrenzen, es besser zu wissen, sondern unterwegs zu sein und zu lernen. Der Apostel Paulus riet den Christen: „Prüfet alles, und das Gute behaltet." Wenn wir offen sind, können wir von anderen Christen über Gott lernen. Denn Gott hat sich entschieden, sich in und durch Menschen zu zeigen und sich so bekannt zu machen.

Mehr über Gott erfahren: Die Tour

Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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