Zurück zu sich selbst

Im Hier und Jetzt leben

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Heute kann sich der Mensch durch Medien praktisch überall hin und in jede Zeit versetzen, im Internet schaffen wir uns in einem entsprechenden Spiel sogar eine zweite Existenz. Was wir aber dabei immer mehr verlernen, ist im Hier und Jetzt zu leben. Stattdessen träumen oder «beamen» wir uns aus der Situation weg, in der wir gerade sind.

Da, wo wir nicht im Hier und Jetzt leben, ist es fast immer eine Flucht. Es macht uns Mühe, uns mit dem zu beschäftigen, was wir erlebt haben. Wir wollen lieber weitergehen oder woanders sein als da, wo wir gerade sind, mit all den Problemen, Gefühlen und Fragen. Dadurch sind wir nicht bei uns selbst, und wir geben uns keine Zeit und keinen Raum, Erlebtes zu «verdauen» und in Ruhe auf Künftiges zuzugehen.

Gefühle hinken hinterher oder laufen voraus

Die Folge davon? Unsere Gefühle und Gedanken sind noch in einer früheren Situation oder sie sind schon bei einer Sache, die in der Zukunft liegt. Dadurch leben wir nicht im Hier und Jetzt. Ist das überhaupt ein Problem? Ja, durchaus. Unter Umständen reagieren wir in einer Situation gar nicht auf das, um was es gerade geht, sondern auf das, was war und noch nicht verarbeitet ist oder auf das, was kommt und das uns schon gedanklich beschäftigt oder sogar Angst macht.

Zeit für sich haben

So müssen wir es erst wieder lernen, im Hier und Jetzt zu leben. Und wie geht das? Indem wir uns regelmässig Zeit für uns nehmen, also Zeit für das Jetzt und nicht zu viel machen. Indem wir Raum haben, Erlebtes zu bewältigen und nicht einfach weiterzugehen. Wir müssen wieder sensibel für unser selbst werden und uns Zeit lassen. Nur so laufen wir nicht Gefahr, dass uns Dinge noch weiter nachhängen (oder gar verfolgen) und anderes schon seine Schatten auf uns wirft, obwohl wir noch gar nicht absehen könne, wie es wirklich wird.

Nicht zurückschauen – nicht sorgen

In der Bibel gibt es Ratschläge, die man zunächst vielleicht gar nicht mit dem Thema verbindet: Schaue nicht zurück und sorge dich nicht. Das sind – man sieht es erst auf den zweiten Blick – zwei Hinweise, wie man im Hier und Jetzt lebt. Beim Zurückschauen haben wir Dinge und Erlebtes von früher oft nicht verarbeitet oder nehmen es als Schablone für die Zukunft – so als könnten wir dadurch vorhersehen, wie es laufen wird. Beim Sorgen nehmen wir eine Situation gedanklich vorweg und verbinden sie mit Ängsten und Befürchtungen. Beides raubt uns viel Kraft für das Jetzt.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich Zeit für seine Seele zu nehmen. Spaziergänge, Tagebuch schreiben, musizieren oder schreiben etc. Wichtig ist, dass wir einen eigenen Weg finden, wie wir Zeit mit uns selbst verbringen.


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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