Lopez Lomong

Als Kind entführt – als Sportler engagiert

Leichtathlet Lopez Lomong aus dem Südsudan kämpft um eine olympische Medaille und für die Kinder in seiner Heimat. Einst wurde er selbst entführt.

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Lopez Lomong
Lopez Lomong war als Kind im Südsudan gemeinsam mit anderen auf dem Weg zur Kirche. Plötzlich drangen Milizen ins Dorf ein, verschleppten Frauen und Kinder, darunter auch den sechsjährigen Jungen Lopez Lomong. Das war 1991 in seinem Heimatdorf Kimotong. Später sollte er als Kindersoldat dienen.

Nachdem er wochenlang im Lager mit ansehen musste, wie andere Kinder unter den harten Bedingungen der Gefangenschaft starben, floh er zusammen mit drei anderen Gefangenen. Drei Tage und Nächte rannten sie um ihr Leben, bis sie die Grenze nach Kenia überqueren konnten. «Die drei Tage, an denen wir rannten, waren die anstrengendsten und schlimmsten meines Lebens», erinnert sich Lopez Lumong.

Vom Flüchtling zum Fahnenträger

Nach der erfolgreichen Flucht in die Freiheit folgten zehn Jahre im Flüchtlingslager, wo das von seiner Familie getrennte Kind mit anderen elternlosen Jungen eine Hütte teilte und wenig zu essen bekam. «Das Leben war hart. Dem ganzen Mangel um mich herum konnte ich immer nur durch das Rennen und durch Fussball entkommen», so Lomong. Als 16-jähriger wurde er von einer amerikanischen Familie adoptiert und entdeckte an seiner Schule bald, dass er zu den schnellsten Läufern gehörte. Er besuchte die Universität und wurde 2008 in Peking als Fahnenträger der USA auserkoren.

Hilfe für Südsudan

Bei den Olympischen Sommerspielen in London strebt er für das US-Team auf der 5000-Meter-Strecke am Samstag (8.8.12) nach Gold. Neben seinem sportlichen Ziel verfolgt er auch ein politisch-humanitäres Anliegen: Sein Erfolg soll Aufmerksamkeit und Hilfe für die leidgeprüften und noch immer vom Krieg bedrohten Menschen im Südsudan bringen. Dazu hat die Lopez Lomong-Stiftung gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk World Vision die Partnerschaft «4Sudan» ins Leben gerufen.

Im Rahmen der Partnerschaft sollen notleidende Menschen mit Trinkwasser, medizinischer Hilfe, Nahrung und Bildungsangeboten versorgt werden. Dazu erklärte der Athlet: «Der Südsudan hat erst vor etwas mehr als einem Jahr seine Unabhängigkeit erreicht, und die Menschen dort kämpfen mit vielen Problemen. Ein 15-jähriges Mädchen stirbt eher bei der Geburt eines Kindes als dass es die Schule beendet, und mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

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Datum: 09.08.2012
Quelle: jesus.ch / World Vision

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