Leben mit Behinderung

Das etwas andere Glück

Man ist glücklich, wenn alles gut geht, oder? Doch was ist «gut»? Die Journalistin Sabine Langenbach ist als Referentin mit dem Thema «Glück» unterwegs, auch wenn es ihr auf den ersten Blick selbst nicht gut geht: Sie ist Mutter einer mehrfach behinderten Tochter.
Sabine Langenbach

«Hätte mir jemand mit 17 gesagt, dass ich mal als Radio- und TV-Moderatorin, Referentin und Autorin unterwegs sein würde – ich hätte ihm den Puls gefühlt», erklärt Sabine Langenbach auf ihrer Webseite. Die gelernte Einzelhandelskauffrau arbeitete eigentlich gern in ihrem Beruf. Doch irgendwann stellte sie sich die Frage: Will ich das wirklich auf Dauer machen? Spontan bewarb sie sich beim ERF (damals noch Evangeliumsrundfunk) und wurde erst Telefonistin, dann Radiomoderatorin.

Inzwischen ist sie als freie Journalistin auch ausserhalb des ERF unterwegs, zum Beispiel mit einer Kirchenfunk-Sendung.

Glück mit Tiefgang

Aktuell hält sie auch Vorträge rund ums Thema «Glück». Als persönliches Motto hat Langenbach sich dazu ein Zitat des Co-Reformators Erasmus von Rotterdam gewählt: «Worauf es beim Glücklichsein am meisten ankommt, ist, dass der Mensch bereit ist, das zu sein, was er ist.» In ihren Seminaren und Vorträgen wird es den Zuhörenden schnell klar, dass ihnen hier niemand platte Erfolgsversprechen macht oder simple Klischees vorträgt.

Das Glück, von dem Sabine Langenbach spricht, hat nämlich Tiefgang. Zu Hause wartet Birte auf sie, ihre 17-jährige Tochter, blind und mehrfach behindert. Sprechen fällt ihr schwer. Auch alleine gehen kann sie noch nicht. In einem ausführlichen Gespräch mit dem Medienmagazin «Pro» meinte Langenbach dazu: «Bei uns ticken die Uhren anders.» Und erzählte, dass viel mehr organisiert und abgeklärt werden müsse, ihre Tochter brauche immer eine Betreuerin. Für den Alltag der Familie heisse das immer wieder, Rücksicht auf das Mädchen zu nehmen. Trotzdem sei dies für alle Normalität und die Mutter hielt fest: «Ich kann es mir nicht anders vorstellen.»

Die Frage nach dem Warum

Birte war das zweite Kinde der Langenbachs und kam ein gutes Jahr nach ihrem Bruder Niklas auf die Welt. Die Eltern ahnten nichts von ihrer Behinderung und fielen aus allen Wolken. «Ich weiss noch wie heute, dass mein Mann und ich uns heulend gefragt haben: Warum?» Relativ schnell habe ihr Mann diese Frage abgehakt, für sie habe es länger gedauert, erläuterte Sabine Langenbach in «Pro». «Aber dann kam auch bei mir die Erkenntnis: Jetzt ist es eben so. Wir wissen nicht, warum.» Inzwischen scheint das drückende Warum keine Rolle mehr zu spielen. Die Familie hat es nicht verdrängt, sie setzt der Frage vielmehr ihren Glauben entgegen. Die Gewissheit, dass jeder Mensch, so wie er ist, von Gott geliebt ist. Die vielen Gebete auch anderer Menschen, die sie tragen.

«Das Glück hat viele Gesichter»

Trotz manchem Beschwerlichen, das ihr Alltag mitbringt, findet Sabine Langenbach das Leben schön. Bewusst findet, geniesst und feiert sie die grossen und kleinen Glücksmomente. Und davon spricht sie zusammen mit den Musikern Valerie Lill und Werner Hucks in ihrem Programm «Das Glück hat viele Gesichter». Sie betont dabei: «Durch den Glauben habe ich entdeckt, worauf es im Leben ankommt: Es kommt darauf an, dass ich eine Konstante habe und weiss, was ich wert bin. Weil ich ein Original Gottes bin, wie jeder andere Mensch auch.»

«Gott ist da»

Am liebsten hat die Referentin mit Menschen zu tun, die noch nichts mit dem christlichen Glauben zu tun haben. Sie wünscht sich, ihnen etwas von ihrem Glück mitgeben zu können. Von dem Wissen, dass Gott da ist. Dass sie ihm wie bei einer Standleitung jederzeit alles sagen kann. Die Kernaussage ihrer Vorträge, «Gott ist da», hat Langenbach übrigens von ihrer behinderten Tochter. Denn wenn es der Mutter schlecht geht, sagt Birte ihr gern: «Amen. Amen. Gott ist da!»

Zur Webseite:
Homepage von Sabine Langenbach

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Datum: 17.08.2015
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet / pro Medienmagazin

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