Christine Ohuruogu

«Ich bete nie, dass ich gewinne»

Die britische Mitteldistanz-Athletin Christine Ohuruogu will in Rio ihren Olympischen Medaillenspiegel erweitern. Der 400-Meter-Star betet stets vor dem Start, aber nicht um den Sieg. Ihr Glaube ist überdies rund um die Uhr präsent, berichtet die mit Olympia- und WM-Gold-gekrönte Sportlerin.
Christine Ohuruogu
Christine Ohuruogu

Christine Ohuruogu gehört zu den erfolgreichsten, britischen Athletinnen. Mit Olympia-Gold über 400 Meter in Peking 2008 und Silber über die gleiche Distanz in London 2012 lief sie sich ins Herz der britischen Volksseele. Dazu kommen drei Gold-Medaillen und fünfmal Bronze an verschiedenen Weltmeisterschaften und Hallen-WM über 400-Meter so wie die 400-Meter-Staffel.

Christine Ohuruogu, Tochter nigerianischer Einwanderer, wuchs in London auf. Die studierte Linguistikerin mit der phänomenalen Laufkarriere steht zudem öffentlich zu ihrem christlichen Glauben, sie spricht über diesen und gibt Gott die Ehre.

Basis im Herzen

Christine, welche die erste Frau ist, die den 400-Meter-WM-Titel zweimal gewinnen konnte, brach den bisherigen britischen 400-Meter-Rekord. Sie erinnert sich: «Ich realisierte gar nicht, dass dies geschehen war. Erst später erfuhr ich, dass ich die erste Frau war, die diesen Titel zweimal gewonnen hat.» Eigentlich habe sie sich nur auf den britischen Rekord konzentriert. Denn zu diesem Zeitpunkt habe sie schon alles andere gewonnen gehabt, Olympia-Gold und Silber, die Weltmeisterschaft, einzig die britische Bestleistung habe ihr noch gefehlt.

Die Ausnahme-Athletin lebt dennoch nicht einzig für den Sport. Ihr Glaube ist der Unterbau für alles, was sie tut, dies beinhaltet auch ihre Arbeit als Sportlerin. Er spielt die Hauptrolle in ihrem Leben. «Der Glaube hilft mir viel.» Manchmal würden Leute denken, dass sie deshalb nicht hart arbeiten müsse, was freilich nicht stimmt, Christine trainiert zweimal täglich. Aber «durch das Christentum muss ich in meinem Job keine Ängste erleiden.»

«Gott gibt mir Ruhe»

Ihr athletisches Talent sieht sie als von Gott gegeben und möchte es deshalb voll ausgeschöpfen. «Gott gibt uns Talente und er will, dass wir sie bestmöglich einsetzen. Er verspricht mir nicht, dass ich immer gewinne, und er verspricht nicht, dass es immer einfach sein wird. Und auch nicht, dass ich Weltmeisterin werde. Doch er sagt: 'Geh, gib dein Bestes und ehre mich dabei, dann kommt alles gut.' Das gibt mir Ruhe.»

Wenn sie an den Start geht, betet sie jeweils, aber nicht um den Sieg. «Natürlich will ich gewinnen, ich trainiere und arbeite dafür und ich denke rund um die Uhr an den Sieg und ans Finale. Alles ist darauf fokussiert. Doch beten tue ich nicht dafür. Ich bete einfach: 'Hilf mir, das Beste zu geben und die anderen Leute nicht zu fürchten. Hilf mir, die richtigen Dinge zur richtigen Zeit zu tun. Wenn ich gewinne, ist das grossartig, wenn nicht, hilf mir, ein guter Verlierer zu sein. Und wenn es nicht gut geht, will ich dessen ungeachtet dankbar sein.'»

Rund um die Uhr glauben

Seit ihrer Kindheit besucht Christine eine anglikanische Gemeinde in West Ham in London. Dort aber werde nicht viel Aufhebens um ihre Person gemacht, sie möge dies nicht.

Ihr Glaube sei ebenfalls rund um die Uhr präsent. «Es ist nicht etwas, das man einmal pro Woche, am Sonntag, an- und dann wieder ausschaltet. Er hilft mir, ein besserer Mensch zu sein, und er ermöglicht es, mich anzunehmen wie ich bin. Es ist wichtig, sich anzunehmen und zu akzeptieren, wer man in Christus ist, statt so zu sein, wie die anderen Menschen es wollen.»

Zum Thema:
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Dossier zu Olympischen Spielen 2016 

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Datum: 05.08.2016
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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