Bunyans Rat an Leidende

John Bunyan schrieb mehr über das Leiden und sein fruchtbringendes Wesen als Cowper oder Brainerd. Er sagte sogar noch deutlicher, dass das Leiden einen göttlichen Zweck und Plan erfüllt, zum Besten der Kinder Gottes dient und seinen Namen verherrlicht. George White eld sagte , das das gro artige Buch Die Pilgerreise zu ewigen Seligkeit »nach Gefängnis riecht«. Es entstand unter Leiden und beschreibt ein christliches Leben unter grosser Bedrängnis. Bunyan aber betrachtete seine Gefängniszeit als nichts anderes als Gottes Plan für ihn. »Nachdem ich nun in die Hände des Gefängniswärters übergeben wurde, war ich zu Hause im Gefängnis angekommen und blieb dort ganze zwölf Jahre und wartete darauf, was Gott diesen Männern auftragen würde, mir anzutun.«14

Über die Bedeutung des Leidens erfahren wir am meisten aus Bunyans Buch Seasonable Counsel, or Advice to Suferers, das er für seine eigene Gemeinde schrieb.15 Eserschien 1684 kurz vor den »blutigen Gerichtstagen«16. Dieser »Rat« war keine theoretische Notwendigkeit. Einige Mitglieder seiner Gemeinde waren mit ihm ins Gefängnis geworfen worden. Die Gefahr war wieder so real, dass Bunyan seinen ganzen Besitz seiner Frau Elizabeth überschrieb, weil er seine Festnahme befürchtete und damit dann Strafgeld in Höhe seines ganzen Vermögens bezahlen müsste.17 Bunyan übertrieb nicht, als er schrieb: »Unsere Tage sind wirklich schwierige Tage. Besonders seit der Entdeckung der Papisten-Verschwörung hatten wir Angst, dass man uns die Kehle durchschneidet oder uns in unseren Betten verbrennt und unsere Kinder vor unserem Angesicht in Stücke reisst.«18

Was würde er seiner Gemeinde sagen, um sie auf ein mögliches Leiden für Christus vorzubereiten? Würde er mit den altmodischen Liberalen sagen: »Ich glaube, dass Gott niemals möchte, dass seine Kinder leiden?« Würde er wie ein Neosozinianer (»Open Theist«) sagen: »Christen sprechen oft über ›Gottes Plan‹ inmitten einer Tragödie, für die jemand anderes verantwortlich ist. … Für mich ist das aber ein frommer und verdrehter Gedanke«? Als bibeltreuer Prediger wäre das für John Bunyan undenkbar gewesen.19

Er zitiert 1. Petrus 4,19: »Daher sollen auch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, einem treuen Schöpfer ihre Seelen anbefehlen im Gutestun.« Dann gibt er zu dem Text folgende Erklärung ab:

Weder der Wille noch die Entscheidung der Feinde, sondern Gottes Wille und seine Bestimmung werden ausgeführt. … Ein Feind kann einem Menschen genauso wenig Leid antun, wenn es nicht dem Willen Gottes entspricht, wie ein Mensch sich aus den Händen seiner Feinde retten kann, wenn Gott ihn in seine Herrlichkeit führen will. … Wir leiden oder leiden nicht – wie es ihm gefällt. … Gott hat bestimmt, wer leiden soll. Leiden kommt nicht zufällig oder durch den Willen des Menschen, sondern ist von Gott gewollt und zugeteilt.20

Ausserdem sagt er, dass Gott nicht nur bestimmt hat, wer leidet, sondern auch zu welchem Zeitpunkt, auf welche Art, wie lange und für welche Sache derjenige leiden soll.21

Fortsetzung: Standhaft im Leid


Autor: John Piper
Quelle: Standhaft im Leiden

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